Igel füttern?

Es ist nachvollziehbar, dass viele Menschen Igel füttern. Sie sind wirklich sehr süss und auf Unterstützung angewiesen. Lesen sie dazu folgende Punkte:

- Bitte stellen sie nicht einfach Futter bereit.

- Nur weizenfreies, hochwertiges Katzentrockenfutter oder Mehlwürmer.

- KEIN Igelfutter! Auch kein Hackfleisch oder Rührei!

- Nicht im Napf servieren. Eine Hand voll Trockenfutter oder Mehlwürmer in die Wiese streuen. Der Igel sucht es sich selber, wird nicht «Napfabhängig» und es ist viel schöner zu beobachten.

- Nicht Zuviel. Nur etwas zufüttern, nicht ernähren! Ansonsten verfettet der Igel.

- Niemals Milch hinstellen. Vor allem Junge Igel bekommen sofort Durchfall und sterben!

- Nur an Tiere, die es nötig haben. Hungrige Igel tauchen oft früher am Abend auf. Dabei Kot anschauen. Er muss schwarz und fest sein. Ansonsten ist er krank, da nützt Futter auch nichts. Igelstation anrufen! Wenn alles in Ordnung ist, das füttern nach ein paar Tagen einstellen.

- Wenn sie eine Igel Mutter mit jungen im Garten füttern, bitte nicht übertreiben. Die jungen müssen lernen, selber Futter zu finden.

- Wie viele Junge ein Wildtier auf die Welt bringt, hängt von 2 Faktoren ab: Notwendigkeit (zuwenig / genug Tiere) und verfügbare Nahrung. Igel haben 10 Zitzen, aber 3 bis 6 Junge. Wenn Frau Igel an massenhaft Futter kommt, bringt sie mehr junge auf die Welt. Die finden dann nicht genug Nahrung, fressen einander die Insekten weg (die wiederum anderen Tieren fehlen), werden krank und landen in der Igelstation. Oder die werden auch gefüttert, die Situation wird nicht besser.

- Futter lockt Igel an. Wenn mehrere Igel an der Futterstelle vorbeikommen, steigt die Change für Krankheiten.

- Der Igel geht in den Winterschlaf, wenn er zu wenig Nahrung findet und fit ist. Mit füttern halten sie den Igel unnötig wach, was für die Regeneration schlecht ist. Wenn sie später im Herbst noch Igel antreffen, hier nachschauen Igel im Herbst 

- Igel sind vor allem Insektenfresser. Von April bis zum Frost im Herbst ist Nahrung vorhanden, auch wenn wir es nicht direkt sehen. Heuschrecken, Käfer, Engerlinge, Grillen, Würmer, Asseln … In einer intakten Natur finden alle Tiere genug Futter.